Unterstützungskasse in Karlsruhe
Der Durchführungsweg ohne § 3 Nr. 63 EStG-Höchstgrenze: Unterstützungskasse mit Rückdeckungsversicherung über die Gothaer Lebensversicherung. Besonders sinnvoll für GmbH-Geschäftsführer und Besserverdiener mit Versorgungsbedarf über der Pensionskassen-Höchstgrenze.
Wer in der GmbH als Geschäftsführer oder als Besserverdiener mit über 96.600 EUR Bruttolohn arbeitet, stößt bei Direktversicherung und Pensionskasse an die Höchstgrenze von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (2026 ca. 7.728 EUR/Jahr steuerfrei). Die **Unterstützungskasse** ist der einzige bAV-Durchführungsweg, der diese Grenze nicht kennt: Beiträge sind beim Arbeitgeber als Betriebsausgaben steuerlich voll abzugsfähig — beim Arbeitnehmer in der Anwartschaftsphase steuer- und sozialversicherungsfrei. Erst die spätere Rente wird voll versteuert. Träger ist eine eigene U-Kasse, rückgedeckt über die **Gothaer Lebensversicherung AG** mit GarantieRente-Tarifen.
Was die Gothaer Unterstützungskasse leistet
Rechtsgrundlage: Satzung der Unterstützungskasse (107539), Beitragsordnung (109994), Rückdeckungsversicherung Gothaer GarantieRente (216800) klassisch oder GarantieRente Invest (217028) fondsbasiert
Beiträge ohne § 3 Nr. 63 Limit
Anders als Direktversicherung und Pensionskasse: Beiträge zur Unterstützungskasse sind beim Arbeitgeber als Betriebsausgaben unbegrenzt abzugsfähig (im Rahmen der Angemessenheit). Ideal für Geschäftsführer-Versorgung mit hohen Zielrenten.
Steuerfreiheit in Anwartschaftsphase
In der Ansparphase ist die Beitragszahlung beim Arbeitnehmer komplett steuer- und sozialversicherungsfrei — keine Lohnsteuer, keine Krankenkassenbeiträge, keine Rentenversicherungsabgabe.
Rückdeckung Gothaer Lebensversicherung
Die Unterstützungskasse als Versorgungsträger schließt eine Rückdeckungsversicherung bei der Gothaer Lebensversicherung AG ab — wahlweise GarantieRente klassisch (216800) oder GarantieRente Invest fondsbasiert (217028).
Aufgeschobene Rentenversicherung
Die zugrundeliegende Aufgeschobene Rentenversicherung (216796) wird zwischen U-Kasse und Gothaer Leben abgeschlossen — der Arbeitnehmer hat einen unmittelbaren Anspruch auf die Versorgungszusage.
Lebenslange Altersrente
Bei Erreichen des vereinbarten Rentenalters: lebenslange Altersrente an den ehemaligen Mitarbeiter — direkt von der Unterstützungskasse über die Rückdeckungspolice der Gothaer.
Hinterbliebenen- und BU-Schutz optional
Versorgungszusage kann um Hinterbliebenenrente und Berufsunfähigkeitsrente erweitert werden — alle innerhalb der unbegrenzten Beitragsabzugsfähigkeit beim Arbeitgeber.
Insolvenzschutz über PSV
Anders als Pensionskasse: Unterstützungskassen-Zusagen sind über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) bei Arbeitgeber-Insolvenz abgesichert. Pflichtmitgliedschaft des Arbeitgebers.
Bilanzneutral
Beim Arbeitgeber wird keine Rückstellung gebildet — die Unterstützungskasse als rechtlich selbstständiger Versorgungsträger erscheint nicht in der Bilanz. Liquiditätsneutral, Bilanz bleibt schlank.
Was ist NICHT versichert
Grenzen und Ausschlüsse der Gothaer Unterstützungskasse / Rückdeckungsversicherung 216800 / 217028
Volle nachgelagerte Besteuerung
Die Rente aus der U-Kasse wird im Bezug VOLL nach § 19 EStG besteuert — als Versorgungsbezug. Das ist Vor- und Nachteil zugleich: in der Anwartschaft maximal steuerfrei, in der Rente voll steuerpflichtig (Lohnsteuer, KV/PV).
Kein Kapitalwahlrecht
U-Kassen-Verträge sind reine Rentenverträge — eine Auszahlung in einer Summe ist nicht möglich. Wer Kapitalauszahlung wünscht, sollte stattdessen Direktversicherung mit Kapitalwahl prüfen.
Nicht für Solo-Selbstständige
Unterstützungskasse setzt ein Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis voraus. Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter haben keinen Zugang — für sie ist Rürup-Rente der passende Weg.
Geschäftsführer-Spezifika beachten
Bei beherrschendem Gesellschafter-Geschäftsführer (über 50 % GmbH-Anteile) bestehen besondere Anforderungen (Erdienbarkeit, Angemessenheit, Probezeit nach Anstellung). Verstöße gegen diese Grundsätze führen zur Anerkennungs-Verweigerung des Finanzamts.
PSV-Beiträge des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber zahlt jährlich Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) — der Insolvenzschutz ist nicht kostenlos. Beitragssatz schwankt je Jahr.
Doppelverbeitragung in der KV
Wie alle bAV-Durchführungswege ist auch die U-Kassen-Rente in der Auszahlungsphase voll kranken- und pflegeversicherungspflichtig (mit Freibetrag seit 2020).
Übertragung bei Arbeitgeberwechsel begrenzt
Anders als Pensionskasse/Direktversicherung ist die Portabilität der Unterstützungskasse eingeschränkt — bei Arbeitgeberwechsel oft nur unverfallbare Anwartschaft, kein einfacher Übertragungswert.
Unterstützungskasse: Für wen sinnvoll?
Geeignet für
- GmbH-Geschäftsführer mit hohem Versorgungsbedarf
- Besserverdienende Mitarbeiter (Bruttolohn > 96.600 EUR / 2026 BBG)
- Inhabergeführte GmbHs mit Familien-/Schlüsselpersonen-Versorgung
- Arbeitgeber mit hohem Steuersatz, die Betriebsausgaben optimieren wollen
- Unternehmen, die parallel zu Direktversicherung/Pensionskasse hochverdienende Mitarbeiter zusätzlich versorgen wollen
Eher ungeeignet
- Solo-Selbstständige und Freiberufler ohne Arbeitnehmerstatus
- Kleinunternehmen ohne hochverdienende Mitarbeiter (Direktversicherung schlanker)
- Mitarbeiter mit kurzer Restlaufzeit bis Rentenbeginn (Erdienbarkeit nicht gegeben)
- Arbeitgeber, die Kapitalauszahlung statt Rente bevorzugen
- Beherrschende GmbH-Geschäftsführer in den ersten Anstellungsmonaten (Probezeit-Frage des Finanzamts)
Typische Fehler bei der Unterstützungskasse
Erdienbarkeit nicht beachtet
Bei Geschäftsführer-Versorgung verlangt das Finanzamt, dass die Versorgungszusage in einer angemessenen Zeit „erdient" werden kann. Faustregel: mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn. Wer mit 60 noch eine Zusage abschließt und mit 65 in Rente geht, riskiert Anerkennungsverlust.
Angemessenheit überschritten
Die Versorgungszusage muss zur Position und zum Gehalt passen. Pauschal-Faustregel: maximal 75 % des aktiven Bruttogehalts als Zielrente. Wer 100 % oder mehr zusagt, riskiert Teilnichtigkeit der Anerkennung.
Probezeit Geschäftsführer ignoriert
Bei beherrschendem GmbH-Geschäftsführer fordert das Finanzamt nach Anstellung eine Probezeit von 2-3 Jahren, bevor eine Versorgungszusage steuerlich anerkannt wird. Zu früh erteilt = Verdeckte Gewinnausschüttung.
Nachgelagerte KV-Beiträge unterschätzt
Mitarbeiter denken oft: „Steuerfrei einzahlen, dann steuerfrei rauskommen." Tatsächlich wird die Rente VOLL versteuert UND mit KV/PV verbeitragt. Faustregel: rund 30-40 % der Brutto-Rente gehen an Steuern und SV — Mitarbeiter ehrlich aufklären.
Schadenfall: Was passiert dann?
Vom Vertragsabschluss durch den Arbeitgeber bis zur Rentenleistung an den Mitarbeiter
- 1
Versorgungszusage Arbeitgeber
Der Arbeitgeber erteilt dem Mitarbeiter eine schriftliche Versorgungszusage in Höhe der späteren monatlichen Rente — verpflichtend für die spätere Leistung.
- 2
Beitritt zur U-Kasse
Der Arbeitgeber meldet den Mitarbeiter bei der Unterstützungskasse als Versorgungsberechtigten an. Die U-Kasse als rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung wird Versorgungsträger.
- 3
Rückdeckungsversicherung
Die U-Kasse schließt eine Rückdeckungsversicherung (GarantieRente klassisch 216800 oder Invest 217028) bei der Gothaer Lebensversicherung ab — Beiträge zahlt der Arbeitgeber.
- 4
Beitragszahlung Arbeitgeber
Monatlich, vierteljährlich oder jährlich: Arbeitgeber zahlt den vereinbarten Beitrag direkt an die U-Kasse, die ihn an die Gothaer weiterreicht. Beim Arbeitnehmer steuer- und SV-frei.
- 5
Rentenleistung im Alter
Bei Erreichen des Rentenalters: U-Kasse zahlt monatliche lebenslange Rente an den ehemaligen Mitarbeiter. Volle Versteuerung als Versorgungsbezug nach § 19 EStG; KV/PV-Pflicht mit Freibetrag.
So läuft die Beratung ab
1. Anfrage
Sie schildern Ihre Situation — telefonisch, per Mail oder Formular. Erstkontakt unverbindlich.
2. Analyse
Ich prüfe Ihre Rahmendaten, bestehende Verträge und identifiziere Lücken. Bedarfsgerecht statt Standardpaket.
3. Angebot
Sie erhalten einen konkreten Vorschlag mit AVB-Auszug, Beitrag und Erklärung der einzelnen Bausteine.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich die Unterstützungskasse gegenüber Direktversicherung?
Sobald die Höchstgrenze § 3 Nr. 63 EStG (8 % BBG, 2026 ca. 7.728 EUR/Jahr) für den Versorgungsbedarf nicht reicht. Klassisches Szenario: GmbH-Geschäftsführer mit 200.000 EUR Bruttogehalt, der monatlich 3.000 EUR in die bAV einzahlen will. Direktversicherung bzw. Pensionskasse decken davon nur etwa 644 EUR/Monat steuerfrei ab — der Rest läuft über die U-Kasse.
Was ist die Erdienbarkeit?
Eine vom Bundesfinanzhof entwickelte Anforderung: Der Geschäftsführer/Mitarbeiter muss die zugesagte Versorgung „erdienen" können — typischerweise wird dafür eine Restdienstzeit von mindestens 10 Jahren gefordert. Wer kurz vor Rentenbeginn noch eine Versorgungszusage abschließt, riskiert, dass das Finanzamt die Anerkennung verweigert.
Was passiert bei Insolvenz des Arbeitgebers?
Die Versorgungszusage ist über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) abgesichert — Pflichtmitgliedschaft jedes Arbeitgebers mit U-Kassen-Zusage. Bei Insolvenz übernimmt der PSV die Versorgungsverpflichtung. Beitragszahlungen des Arbeitgebers an den PSV laufend und jährlich neu kalkuliert.
Was ist der Unterschied zur Pensionskasse?
Pensionskasse: § 3 Nr. 63 EStG-Höchstgrenze, BaFin-aufsichtspflichtig, Insolvenzschutz über Protektor, in der Anwartschaft steuerfrei + SV-frei (mit Grenze). Unterstützungskasse: KEINE Höchstgrenze, nicht BaFin-aufsichtspflichtig, Insolvenzschutz über PSV, Anwartschaft komplett steuer- und SV-frei. Beide haben volle nachgelagerte Besteuerung. U-Kasse passt für hochverdienende Mitarbeiter, Pensionskasse für Standard-Belegschaft.
Welche Rückdeckungs-Tarife gibt es bei der Gothaer?
Klassisch: Aufgeschobene Rentenversicherung (216796) als Basis, mit Rückdeckungsversicherung GarantieRente (216800) — sicherheitsorientiert, mit garantiertem Rechnungszins. Fondsbasiert: GarantieRente Invest (217028) — höhere Renditechance über Fondsanlage, Garantie bei Rentenbeginn.
Passende Ergänzungen aus dem Gewerbe-Portfolio
Betriebliche Altersvorsorge (Hub)
Übersicht aller bAV-Durchführungswege im Vergleich.
Pensionskasse
Klassischer regulierter Durchführungsweg unter § 3 Nr. 63 EStG.
D&O-Versicherung
Vermögensschadenhaftpflicht für GmbH-Geschäftsführer und Vorstände.
Manager-Rechtsschutz
Strafverteidigung und Haftungsabwehr für Manager.
Mitarbeiter absichern
Übersicht aller Benefit-Versicherungen für Belegschaft.
Unterstützungskasse in Karlsruhe — Beratung für Arbeitgeber
Erdienbarkeit prüfen, Angemessenheits-Grenze bestimmen, Rückdeckungsversicherung passend wählen — gemeinsam mit Steuerberater und Rechtsanwalt.
Angaben basieren auf der Satzung der Unterstützungskasse (107539), Beitragsordnung (109994), Aufgeschobene Rentenversicherung (216796) und der Rückdeckungsversicherung Gothaer GarantieRente (216800) bzw. GarantieRente Invest (217028). Risikoträger Rückdeckungsversicherung: Gothaer Lebensversicherung AG. Insolvenzschutz: Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG). Konkrete Versorgungszusage, Rückdeckungs-Tarif und steuerliche Würdigung im Einzelfall mit Steuerberater abstimmen. Stand: Mai 2026.