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10 Min. Lesezeit

PKV oder GKV – wie Sie die richtige Entscheidung treffen

PKV oder GKV – wie Sie die richtige Entscheidung treffen

PKV oder GKV – wie Sie die richtige Entscheidung treffen

Kurzantwort

Die PKV kann die bessere Wahl sein, wenn Sie dauerhaft oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG 2025: 73.800 € brutto) verdienen, jung und gesund sind oder als Beamter Beihilfeanspruch haben. Wer plant, Familie zu gründen, wessen Einkommen schwankt oder wer Vorerkrankungen mitbringt, fährt mit der GKV in der Regel sicherer. Es gibt keine universell richtige Antwort.


Wer darf überhaupt wechseln?

Arbeitnehmer müssen die JAEG überschreiten. Für 2025: 73.800 € brutto/Jahr (6.150 €/Monat). Wer die Grenze nur durch Einmalzahlungen überschreitet, erfüllt die Bedingung meist nicht dauerhaft.

Beamte auf Lebenszeit sind nicht GKV-pflichtig und können frei wählen. Wegen der Beihilfe ist die PKV für Beamte in den meisten Fällen deutlich günstiger.

Selbstständige und Freiberufler unterliegen keiner GKV-Versicherungspflicht.

Studierende können sich über Studententarife privat absichern.


Entscheidungsbaum: Wenn – Dann

FrageWenn jaWenn nein
Überschreite ich die JAEG (73.800 € brutto, 2025) dauerhaft?PKV-Zugang möglichGKV-Pflicht bleibt
Bin ich Beamter auf Lebenszeit mit Beihilfeanspruch?PKV fast immer günstigerNormaler Tarif, Vergleich nötig
Bin ich unter 35 Jahre und ohne relevante Vorerkrankungen?Günstige Einstiegsprämie möglichRisikoaufschläge möglich
Plane ich, Kinder zu bekommen (ohne eigenes Einkommen)?Jedes Kind braucht eigenen PKV-VertragKein Familientarif wie in GKV
Hat mein Partner kein eigenes Einkommen?Keine beitragsfreie MitversicherungIn GKV beitragsfrei versicherbar
Könnte mein Einkommen sinken (Teilzeit, Elternzeit)?Rückkehr in GKV wird schwierigerStabiles Einkommen erleichtert Entscheidung
Habe ich chronische Erkrankungen oder Vorbehandlungen?Ausschlüsse oder Ablehnung möglichGünstigere Aufnahme wahrscheinlich
Bin ich älter als 50?Rückkehr in GKV faktisch kaum möglichNoch Zeit für Planung
Will ich Chefarzt und freie Krankenhauswahl?PKV bietet das standardmäßigGKV deckt Grundversorgung
Bin ich bereit, eine Selbstbeteiligung zu wählen?Beitrag sinkt spürbarKein Selbstbehalt, höhere Prämie

Kostenlogik der PKV: Was Sie wirklich zahlen

Beim Tarif Barmenia einsA prima gibt es drei Leistungsstufen nach Jahresselbstbehalt:

LeistungsstufeJahresselbstbehalt ErwachseneJahresselbstbehalt Kinder/Jugendliche
Stufe 1330 €165 €
Stufe 2660 €330 €
Stufe 31.320 €660 €

Beitragsrückerstattung: Bei keiner oder nur bestimmten Leistungen in einem Kalenderjahr (Vorsorge, Schutzimpfungen und Zahnprophylaxe sind nicht erstattungsschädlich) kann Beitragsrückerstattung anfallen.

Arbeitgeberzuschuss: Bis zur Hälfte des Beitrags, maximal jedoch den Betrag, den der Arbeitgeber bei GKV zahlen würde.

Beitragsbefreiung: Bei Pflegegrad 4 oder 5 sowie ab dem 91. Tag eines ununterbrochenen stationären Aufenthalts.

Leistungsvergleich: einsA prima vs. einsA prima+

LeistungsbereicheinsA prima (K4604)einsA prima+ (K4606)
Primärarzt100 %100 %
Facharzt ohne Überweisung75 %80 %
Naturheilverfahren (Arzt)75 %80 %
Heilpraktiker75 %80 %
Arzneimittel Generika100 %100 %
Arzneimittel Original75 %80 %
Psychotherapie75 %80 %
Heilmittel (bis 2.000 €/Jahr)75 %80 %
Zahnersatz75 %80 %
Stationäre Unterbringungallg. KlasseZweibettzimmer
Privatarzt stationär100 %
Stationäre Höchstbeträge (ab Jahr 4)7.500 €/Jahr15.000 €/Jahr
LASIK (nach 2 Jahren)100 %, max. 1.000 €/Auge100 %, max. 1.000 €/Auge

Optionsrecht im Tarif einsA prima: Nach 3, 5 oder 7 Jahren kann ohne Gesundheitsprüfung auf einen höherwertigen Tarif gewechselt werden. Gleiches gilt bei Lebensereignissen (Berufsausbildung des Kindes, Wechsel Angestellt/Selbstständig, Auslandsentsendung).

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Beamte: Besonderheit Beihilfe

Für Beamte auf Lebenszeit lohnt sich die PKV-Frage meistens schnell. Die Beihilfe (staatlicher Zuschuss, typisch 50–70 % für aktive Beamte, bis 80 % für Rentner) übernimmt bereits einen Großteil der Kosten. Nur der verbleibende Anteil wird privat versichert – der Beitrag ist damit deutlich niedriger als bei einem Vollversicherten.

Wer als Beamter die GKV wählt, verzichtet auf die Beihilfe – die GKV muss dann 100 % der Kosten tragen, was in den meisten Fällen teurer ist.

Mehr dazu: PKV für Beamte


Risiken und der "Point of no return"

Einkommen sinkt unter JAEG: Wer als Arbeitnehmer in die PKV gewechselt ist und dauerhaft unter die JAEG fällt, wird grundsätzlich wieder GKV-pflichtig.

Rückkehr ab 55 Jahren kaum möglich: Wer die 55 überschritten hat, kann in der Regel nicht mehr freiwillig in die GKV wechseln – auch wenn das Einkommen sinkt. Das ist der eigentliche "Point of no return".

Kinder und Partner: In der GKV sind Kinder und nicht berufstätige Partner beitragsfrei mitversichert. In der PKV kostet jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag.


FAQ

Kann ich jederzeit in die PKV wechseln, wenn ich über der JAEG liege?

Nicht automatisch. Als Arbeitnehmer muss die JAEG in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren überschritten worden sein, bevor ein Wechsel möglich ist. Die genauen Regeln hängen von der Einkommenssituation ab.

Was unterscheidet einsA prima und einsA prima+?

Das prima+ bietet 80 % statt 75 % bei Facharztterminen, Zweibettzimmer und Privatarzt stationär sowie ab Jahr 4 doppelt so hohe Krankenhauskosten-Höchstbeträge (15.000 € statt 7.500 €).

Muss ich als PKV-Versicherter immer in Vorleistung gehen?

Ja. In der PKV zahlen Sie die Rechnung zunächst selbst und reichen sie beim Versicherer ein.

Was passiert bei längeren Krankenhausaufenthalten?

Ab dem 91. Tag eines ununterbrochenen stationären Aufenthalts gilt im Tarif einsA prima Beitragsbefreiung.

Lohnt sich eine hohe Selbstbeteiligung?

Wer selten Leistungen in Anspruch nimmt, kann durch höheren Selbstbehalt (z. B. Stufe 3: 1.320 €/Jahr) den Monatsbeitrag senken und ggf. Beitragsrückerstattung erhalten.


Nächster Schritt

PKV oder GKV lässt sich nicht pauschal beantworten. Als gebundener BarmeniaGothaer-Vermittler zeige ich Ihnen, was die Tarife einsA prima und einsA prima+ für Ihre Situation bedeuten – und sage Ihnen auch, wenn die PKV gerade nicht die richtige Wahl ist.

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MF
Markus Focht
BarmeniaGothaer Versicherungsvermittler, Karlsruhe

Als gebundener Versicherungsvertreter der Barmenia Krankenversicherung AG in Karlsruhe berate ich Privat- und Gewerbekunden zu allen Versicherungsfragen. Persönlich, kompetent und kostenlos.

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